Nervenschäden: Schmerzen
Verletzungen der Nerven an der Hand und Arm
Nerven-Verletzung und starke Schmerzen
Viele Schmerzen, die ein jeder von uns
im Alltag erfährt, sind ausgesprochen sinnvoll. So warnt uns der
Schmerz vor einem Stich in den Fuß wie auch vor einer heißen
Herdplatte. Auch Schmerzen eines kariösen Zahnes oder eines frisch
gebrochen Knochens sind fraglos sinnvoll; ja unverzichtbare Warnung
unseres Körpers!

Gerade
nach Nerven-Verletzung gibt es jedoch auch Schmerzen, die jede
Warnfunktion oder sonstige erkennbare Sinnhaftigkeit verloren haben.
Solche Schmerzen werden als neuropathische Schmerzen bezeichnet.
Ein Patient mit der Verletzung eines
oberflächlichen Hautnerven an Hand oder Unterarm kann unter
ungünstigen Umständen, so erhebliche (neuropathische) Beschwerden
verspüren, dass die Einsatzfähigkeit der Hand schwer beeinträchtigt
ist.
So hat der in der Abb. gezeigte Patient
- trotzt vorausgegangener Nervennaht - heftige Schmerzen im ganzen
Unterarm; die durch auch nur leichteste Berührungen ausgelöst
werden.
Die Nervenschädigung entspricht in der
Abb. dem X
Beispiele für einen neuropathischen Schmerz
sind:
-
Neuromschmerzen (Schmerzen an oder um einen Nervenknoten nach Verletzung des Nerven)
-
Phantomschmerzen (Schmerzen in einer nicht mehr vorhanden Gliedmaße)
-
Schmerzen bei Polyneuropathie (Polyneuropathie ist ein Sammelbegriff für Erkrankungen Nerven im Körper)
Ist bei einem neuropathischen
Schmerz eine Operation sinnvoll?
Nur in Einzelfällen! Z. B. wenn ein
Diabetiker eine Polyneuropathie hat und gleichzeitig einer der
Nerven (Nervus medianus) im Karpaltunnel einem erhöhtem Druck
ausgesetzt ist. Dann macht die operative Druckentlastung durch
Spaltung des Karpaldaches Sinn.
Das Risiko einer operativen
Behandlung beim neuropathischen Schmerz ist recht hoch. Es kann nach
der Operation - z. B. an einem Neurom - zu einer wesentlichen
Verstärkung des Schmerzes kommen!
Was soll man bei einem
neuropathische Schmerz für Medikamente einnehmen?
Das kann so nicht generell beantwortet werden.
Ganz wichtig ist, dass eine fachgerechte medikamentöse Therapie früh
bei Einsetzen des neuropathischen Schmerzes erfolgt.
Medikamente beim neuropathischen
Schmerz wie z.B. Tilidin®, Gabapentin® oder Lyrica® und viele andere
mehr sind mit vielen Nebenwirkungen belastet.
Es gibt Patienten, die zwar unter
diesen Medikamenten eine Linderung des Schmerzes verspüren, aber
wegen der Nebenwirkungen kaum noch ihren Alltag bestreiten können
und auch nicht mehr fahrtüchtig sind.
Was sollen diese Patienten tun?
Ich persönlich bin zwar schwerpunktmäßig
operativ tätiger Handchirurg; dennoch habe ich im Rahmen von
Fortbildungen Hypnose erlernt und halte diese Methode für eine gute
- nicht Alternative - wohl aber Ergänzung zur medikamentösen
Schmerz-Behandlung
Hierdurch können Schmerzen
kontrolliert und oft auch deutlich reduziert werden. Nicht selten
lassen sich Medikamente meiden oder in ihrer Dosis erheblich
reduzieren.
Wie ist der Effekt der Hypnose auf
den Schmerz möglich?
Unter
Hypnose sind Operationen oder Zahnextraktionen ohne Schmerzen
möglich.
Dies ist möglich , weil unser
Zentral-Nervensystem über einen Tor-Mechanismus verfügt, der
dafür sorgt, dass in unser Bewusstsein nicht alle Reize ungefiltert
eindringen. (Gate Control
Theorie nach Melzack und Wall)
Jedoch bei weitem nicht alle hier ankommenden
Reize werden ungefiltert nach oben zum Gehirn - und damit zum
Bewusstsein - weitergeleitet.
An diesem Tor - System (gate control) setzt die
Hypnose
bei der Behandlung chronischer Schmerzen an und verschafft dem Schmerz-Patienten Kontrolle über sein
Schmerz-Erleben!