pro und contra Operation
Verletzungen der Nerven an der Hand und Arm
pro und contra Operation eines verletzten Nerven
Muss eine Verletzung
(Durchtrennung) eines Nerven immer operiert
werden?
Es gibt viele Gründe einen durchtrennten Nerven operativ zu
rekonstruieren!
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Der Funktions-Verlust des durchtrennten Nerven
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Das Neurom
Was geschieht, wenn ein Nerv nicht
wieder genäht wird?

Die Bedeutung einer Nerven-Verletzung
geht über den Funktions-Verlust des Nerven hinaus: Die Abb. zeigt
den Verlust des Hautgefühls (der Sensibilität) bei Verletzung eines
Fingernerven während der Operation einer Ringbandenge (schnellender
Finger).
Der Sensibilitätsverlust (grün schraffiert)
ist störend, aber nicht wirklich bedeutsam für die Gesamtfunktion
der Hand. Die Gesamt-Funktion der Hand wird jedoch im gezeigten Fall
erheblich gestört durch das Neurom in der Narbe (schwarze Linie).
Hier kommt es beim festen Zugreifen zu einem elektrisierenden
Schmerz!
Die beiden Enden des verletzten Nerven ziehen sich von der Verletzungsstelle zurück. Bereits nach wenigen Wochen besteht zwischen den Nervenenden ein Abstand von mehreren Zentimetern. Die Nervenfasern (Neuriten), die noch mit dem Zellleib verbunden sind, wachsen neu aus.
Da sie auf der anderen Seite der Verletzung keine entsprechende Hülle finden, bilden sie ein wirres Knäuel von auswachsenden Nervenfasern. Dieses knotenartige Gebilde nennt man Neurom.
(Auch Narben-Neurom oder Nerven-Stumpf)
Worin besteht die Bedeutung des Neuroms?
Hat sich das Neurom einmal gebildet, so hat der Verletzte ein zweites Problem.:
Neben dem Gefühls- und motorischen Ausfall des verletzten Nerven, kommt es nun an der Verletzungsstelle bereits innerhalb weniger Wochen zur Ausbildung dieses Neuroms.
Bei Druck oder Berührung des Neuroms empfindet der Verletzte einen unangenehmen, elektrisierenden Schlag. Besonders in belasteten Abschnitten der Hand, kann ein solches Neurom zu schweren Funktionsbeeinträchtigungen der Hand führen, die weit über die funktionellen Ausfälle der ursprünglichen Nervenverletzung hinaus gehen.
Wie kann der Bildung eines Neuroms vorgebeugt werden ?

Die beste Vorbeugung zur Neurombildung ist die Nervennaht des
durchtrennten Nerven zum Unfallzeitpunkt oder wenige Tage danach.
Die Abb. zeigt die mikrochirurgische Naht
eines Fingernerven: Gerade an dieser Stelle ist die Hand häufigen
Stößen ausgesetzt. Ein Neurom an der Ellenseite des Kleinfingers
oder am Ellenseitigen Handballen wirkt sich sehr störend auf die
Gesamtfunktion der Hand aus.
Auch dies verhindert das Neurom nicht
zuverlässig. Erfahrungsgemäß werden die Symptome eines Neuroms
jedoch durch eine zeitgerechte Nerven-Naht gemindert und die
Funktions-Verluste sind erfahrungsgemäß geringer als ohne operative
Widerherstellung der Nervenbahn.
Aus diesen Gründen raten die meisten
Handchirurgen zu einer möglichst baldigen Wiederherstellung eines
durchtrennten Hand- oder Armnerven!