Rheuma im Gelenk
Chronische Polyarthritis
Rheuma an den Gelenken der Hand
Was geschieht wenn die chronische
Polyarthritis die Grundgelenke der Finger betrifft?
Besteht das Rheuma in den Grundgelenken über einen längeren
Zeitraum, so kommt es zu einer zunehmenden Störung des Knorpels und
der das Grundgelenk bildenden Knochen.

Es tritt eine Veränderung an den Fingern auf, die charakteristisch für das 3.Stadium der chronischen Polyarthritis ist. Man spricht hier von einem ulnaren Drift der Fingergrundgelenke.
Die Abb. links zeigt einen solchen Rheuma-Befund. Die Grundgelenke der finger sind beträchtlich angeschwollen und die Finger in Richtung Elle verschoben.
Warum weichen die Finger gerade in
ellenwärtiger (ulnarer) Richtung ab?
Im Rahmen der Entzündung der Gelenkschleimhaut werden an den
Fingergrundgelenken auch die Haltesysteme des Gelenkes und der
Strecksehnen verändert.
Die normalerweise genau über die Mitte eines Grundgelenkes
verlaufenden Strecksehnen weichen in ellenwärtiger (ulnarer)
Richtung ab, die Strecksehnen rutschen bei lange bestehender
Krankheit zwischen die einzelnen Finger. Hierdurch ziehen sie auch
die Finger immer mehr in ellenwärtige Richtung.
Die
Abb. oben zeigt einen fortgeschritten Befall bei Rheuma. Die Abb.
links zeigt ein früheres Stadium. Beachten Sie auch hier, die
Schwellung am Grundgelenk des Mittelfingers.
Verbleibt diese Schwellung längere Zeit, so
besteht die Gefahr, dass das Grundgelenk des Mittelfingers zerstört
wird und der Finger in Richtung Elle seitlich abweicht.
Kann man diesem Krankheitsbild
vorbeugen?
Ja. Die Vorbeugung beginnt bei sinnvollem Gelenkschutz.
Schiene für die Hand bei Rheuma
Gelenkschutz beginnt mit bestimmten Übungen, die man bei einer
guten Ergotherapie lernen kann.
Gelenkschutz bedeutet aber auch bei
bestimmten kraftvollen Bewegungen das Verwenden von Hilfsmitteln.
Zusätzlich ist in ausgeprägten Fällen auch das Tragen einer sog.
Arbeitsschiene sinnvoll.
Die Abb. zeigt eine solche Arbeits-Schiene für die Hand.
Kann die Entzündung der
Gelenkschleimhaut auch operativ behandelt werden?
Ja, dies ist prinzipiell möglich. Auch hier sollte eine operative
Behandlung aber erst dann erwogen werden, wenn eine gute
internistische Rheumatherapie an einem Fingergrundgelenk (oder auch
an einem anderen Hand- oder Fingergelenk) nicht zum Erfolg führt.
Rheumaknoten an Hand
Ganz
wichtig ist es, bei allen Maßnahmen nicht so fortgeschrittene
Funktionsstörungen an der rheumatischen Hand entstehen zu lassen,
wie sie in der Abb. links dargestellt sind.
Hier können die Finger kaum noch gestreckt werden!
Bei zeitgerecht durchgeführten Operationen und auch anderen
Maßnahme sind solche Funktionsstörung heute vermeidbar!
Im gezeigten Fall ist nur noch ein
Ersatz alle 4 Grundgelenke durch je ein Kunstgelenk möglich!