Operation
Handfehlbildungen am Daumen: Pollex flexus congenitus Angeborene Beugestellung des Daumens
Operation des Pollex flexus congenitus
Was wird bei der Operation gemacht?
Bei der Operation wird das A1 Ringband
durchtrennt. Durch den auf diese Weise erweiterten
Sehnenkanal kann nun die Beugesehne des Daumens wieder gut
gleiten und das Kind kann später auch wieder aktiv das
Daumenendglied strecken.

In den ersten Wochen und Monaten verbleibt
jedoch ein leichtes Streckdefizit, dass sich nach meiner
Erfahrung jedoch in aller Regel nach 6 Monaten vollständig
wieder ausgleicht.
Warum wird der verdickte Knoten in der
Daumenbeugesehne nicht ausgeschnitten?
Dies ist in früheren Jahrzehnten wirklich
versucht worden. Eine solche Operationstechnik hat sich
jedoch in keinster Weise bewährt. Die relativ einfach zu
realisierende Durchtrennung des verengten Ringbandes hat
sich hier als Standartmethode durchgesetzt. Man kann nach
rund einem Jahr bei so operierten Kindern auch beobachten,
dass der vormals sehr dicke, knotige Anteil in der
Beugesehne des Daumens wieder wesentlich schlanker ist.
Welche Risiken hat die Operation?
Bei der Operation kann es versehentlich zu
einer Durchtrennung von Daumennerven kommen. Ein erfahrener
Handchirurg, der die Operation unter Blutleere und unter zur
Hilfenahme einer Operationslupe durchführt, kaum einmal
unterlaufen.
Ein weiteres Risiko ist die überschießende
Narbenbildung im Bereich der Operationsnarbe. Dieses Risiko
tritt vor allem dann auf, wenn ein Längsschnitt angelegt
wird. Wir selbst hier in Essen führen stets einen
Querschnitt im Bereich der Grundgelenksbeugefalte des
Daumens durch. Bei dieser Schnitttechnik habe ich persönlich
noch nie eine überschießende Narbe beobachtet. Die Narbe ist
in aller Regel nach einem Jahr kaum noch sichtbar.
Kann die Krankheit nach einer operativen
Behandlung erneut auftreten?
Auch dies ist sehr ungewöhnlich. Ich habe
bei über 150 eigenen Operationen bei diesem Krankheitsbild 2
Revisionsoperationen erlebt. Hierbei war der zu enge Ring
teilweise erweitert, eine spätere Narbe hatte dann die
Erkrankung neu entstehen lassen.
Wie lange dauert die Operation?
Die Operation dauert etwa 15 bis 25
Minuten. Die Einleitung und Ausleitung der Narkose kann
jedoch wesentlich längere Zeit in Anspruch nehmen.

Welche Narkose kommt zur Anwendung?
In aller Regel wird der Eingriff bei einem
kleinen Kind in Vollnarkose durchgeführt. Einzelheiten zur
Vollnarkose und zur speziellen Risikosituation des eigenen
Kindes soll stets mit dem Narkosearzt besprochen werden.
Wird der Eingriff ambulant oder stationär
durchgeführt?
Normalerweise ist
der Eingriff ambulant möglich. Nach der Operation wird das
Kind aus der Narkose aufwachen. Es muss dann meistens noch
für einige Stunden in einem Aufwachraum nach beobachtet
werden, bevor die Eltern es wieder mit nach Hause nehmen
können. Eine stationäre Behandlung ist nur in Ausnahmefällen
notwendig, z. B. bei sehr langer Anreise oder bei Kindern
mit spezieller Risikosituation.
Wie verläuft die Nachsorge nach der
Operation?
Gegen Ende der Operation wird die kleine
Operationswunde am Daumen mit 2 oder 3 Stichen vernäht.
Zwischen dem 10. und 14. Tag werden diese Fäden entfernt.
Ist der Verlauf regelhaft, wird nach der Operation der
Verband 2 – 3 mal gewechselt.
Wichtig ist, dass in dieser Zeit die Wunde
nicht nass oder schmutzig wird, da sonst das Risiko eines
Infektes besteht. In den meisten Fällen führen wir hier 1 –
2 Verbandwechsel kurz nach der Operation durch. Die weitere
Nachsorge wird dann in der Regel durch den niedergelassenen
Arzt geleistet.
Sehr geehrte Eltern, diese
Patienteninformation zum Pollex flexus congenitus
(angeborene Beugestellung des Daumens) soll und kann das
Gespräch mit dem Arzt nicht ersetzen. Sie dient Ihrer
vertiefenden Information!