Operations-Risiko
Sulcus Ulnaris Druckschädignung des Nervus ulnaris (Ellennerv)
Operations-Risiko bei Operation eines Kubital-Tunnel-Syndroms (Sulcus
ulnaris
Syndroms
Welche Resultate sind nach der
Operation eines Kubital-Tunnel-Syndrom (Sulcus ulnaris Syndrom) Syndroms zu erwarten?
Wird bei der Operation eines
Kubital-Tunnel-Syndrom (Sulcus ulnaris Syndrom) Syndrom, eine auf den Nerv
(N. ulnaris) drückende Struktur gefunden und
kann diese beseitigt werden, so beobachtet man in vielen Fällen die weitgehende
Rückbildung der Lähmungen und der Minderung des Hautgefühls.
In Einzelfällen benötigt die Rückbildung der
Lähmungen und auch die Besserung des Hautgefühls aber auch bis zu 18
Monaten!
Bild der Veränderung bei Kubital-Tunnel-Syndrom
Nicht
in jedem Fall einer operativen Behandlung kann eine mechanische
Druckursache gefunden werden.
In vielen - aber keineswegs allen Fällen - kann sich dennoch über
viele Monate die Lähmung und auch die Sensibilitäts-Störung
zurückbilden.
Für die Prognose der operativen Behandlung
einer jeden Nervenlähmung ist die Zeitwahl und das Alter des
Patienten entscheidend:
Eine über Jahre bestehende Nervenlähmung führt zu einer
Verschmächtigung (Atrophie) der Muskulatur.
Der einmal umgebaute (atrophierte)
Muskel kann sich im Erwachsenalter nicht wieder neu aufbauen.
Generell regenerieren geschädigte Nerven im Kindesalter sehr gut und
bei Senioren eher schlecht.
Welche Risiken hat die Operation
eines Kubital-Tunnel Syndroms?
Keine Operation ohne Risiko. Allerdings sei vorausgeschickt, dass
die überwiegende Zahl der von erfahrenen Handchirurgen an einem
Kubital-Tunnel-Syndrom (Sulcus ulnaris Syndrom) Syndrom operierten Patienten den Eingriff ohne
Komplikationen übersteht.
Der Erfolg der Operation hängt dabei ganz
wesentlich vom in der Operation gefunden Schaden am Ellennerven ab
sowie auch vom Zeitpunkt der Operation. Ein sehr weit
fortgeschrittenes Krankheitsbild mit ausgeprägten Muskellähmungen an
der Hand bildet sich meist nicht mehr vollständig zurück!
Im Folgenden sind hier exemplarisch (nicht vollständig) einige
wichtige Komplikationen und Probleme im Zusammenhang mit der
Operation eines Kubital-Tunnel-Syndrom (Sulcus ulnaris Syndrom) Syndroms geschildert:
Dystrophie-Risiko: (Sudeck'sche
Krankheit)
Wie bei allen Eingriffen an Hand und Unterarm kann es auch bei
der operativen Therapie des Kubital-Tunnel-Syndrom (Sulcus ulnaris
Syndrom) Syndroms zu
schwerwiegende Infektionen oder gravierende Bewegungsstörungen
(CRPS, Sudeck'sche Dystrohie, Algodystrophie) kommen.
Die Ursache dieser Komplikation (Sudeck'sche Dystrophie) ist
unbekannt und kann somit auch nicht sicher vermieden werden!
Infektion, Störung der Wundheilung:
Die operationsbedingten Schmerzen
lassen meist nach wenigen Tagen deutlich nach. Die Beweglichkeit am
Ellenbogen - sofern nicht ruhig gestellt - wird deutlich
besser
Kommt es jedoch nach Tagen deutlicher Besserung zu wieder
auftretenden Schmerzen und wird zusätzlich die Beweglichkeit wieder
schlechter, so sollte die Wunde von einem erfahren Handchirurgen
inspiziert werden.
Besonders wenn die Wunde sich
rötet und anschwillt muss die Möglichkeit eines Infektes erwogen
werden. Oft fühlt der Patient im Falle einer Infektion einen pochenden
Schmerz, der ihm auch die Nachtruhe raubt.
Sollte sich dieser Verdacht erhärten, so muss die Wunde
unverzüglich eröffnet werden. Eine Nachoperation sollte in einen
solchen Fall nicht verzögert werden.
Verletzung eines Nerven im
Operationsgebiet:

In
Einzelfällen kann ein kleiner Haut-Nerv aber auch der Nervus ulnaris verletzt werden.
Es entsteht dann an der Verletzungsstelle des Nerven eine fast punktförmig "elektrisierende"
Druckstelle in der Narbe oder unmittelbar neben der Narbe.
Ein
Neurom
(Nervenknoten)
hat sich gebildet!
Die Abb. macht die Problematik der Operation deutlich: in dem
kleinen Gummizügel ist der Nervus ulnaris gehalten. Der blaue Pfeil
zeigt auf einen den Hauptnerv kreuzenden kleinen Hautnerven. Für
alle im Operations-Gebiet verlaufenden Nerven besteht ein - wenn
auch kleines - Verletzungrisiko!
Wird einer der Hautnerven verletzt, so
entsteht im Versorgungsgebiet der Hautnerven am Ellenbogen und
Unterarm ein Verlust des
Hautgefühls. (Manchmal entsteht in diesem Versorgungsgebiet auch
eine Überempfindlichkeit auf Berührung oder eine Zone, die von
Patienten als "brennender Schmerz" bezeichnet wird.
Bei der Operation eines
Kubital-Tunnel-Syndrom (Sulcus ulnaris Syndrom) Syndrom können auch einmal
der Nervus ulnaris (Ellennerv) geschädigt
werden. (besonders bei endoskopischer Operation)
Dann entsteht neben einem Verlust an Hautgefühls
am Ring- und Kleinfinger auch
zusätzlich noch eine Lähmung. (Krallenhand)
Dabei ist das Ausmaß der Störung abhängig von dem Nerv, der
verletzt wird. Im Falle einer Verletzung des Nervus ulnaris
(Ellennerven)
entsteht eine Taubheitsgefühl an an Ring- und Kleinfinger. Manche
Patienten empfinden auch an Ring- und Kleinfinger nach einer solchen
Verletzung einen "brennenden" Schmerz und eine stark gesteigert
Empfindlichkeit auf Berührung (Allodynie).
Die Verletzung diesen Nerven kann Ausgangspunkt für die
Entstehung einer besonderen Schmerzbildes (CRPS II) sein.
Ist die Narbe nach der Operation lange
schmerzhaft?
Meistens ja! Die Narbe, die die
Operation eines Kubital-Tunnel-Syndrom (Sulcus ulnaris Syndrom) Syndroms hinterlässt ist
relativ groß und meist auch recht lange sehr empfindlich.
Bei einer offenen Operation ist die Narbe
relativ groß und liegt in der Auflagefläche des Ellenbogens. Bei
einer endoskopischen Operation ist die äußere Narbe am Ellenbogen
relativ klein und meist auch wenig empfindlich.
Narben am Hand und Unterarm sind generell
meist
länger empfindlich, als Narben an anderen Körperstellen, da unter
den Narben an Hand und Unterarm viele kleine sehr sensible Hautnerven
verlaufen. Auch am inneren Ellenbogen verlaufen viele kleine
Hautnerven, die die Narben in diesem Bereich lange empfindlich sein
lassen.
Überschießende
(keloidartige) Narben sind nach einer Operation des
Kubital-Tunnel-Syndrom (Sulcus ulnaris Syndrom) Syndrom nicht selten.
Die Narbe verläuft in unmittelbarer
Nähe des Ellenbogens. Da dieses Gelenk früh bewegt werden muss, kommt
die Narbe früh unter Zug und besonders bei jüngeren Menschen kommt
durch die "Unruhe" während der Reifung der Narbe eine überschießende
Narbenbildung zustande.
Sind auch Nachblutungen nach der
Operation möglich?
Ja! Auch dieses Operationsrisiko
besteht. Sollte es zu einer starken Schwellung infolge Nachblutung
kommen, so muss hier zeitgerecht erneut operiert werden, um
Druckschäden durch den Bluterguss im Unterarm zu vermeiden!
Gefährdet im Hinblick auf eine
Nachblutung beim Kubital-Tunnel-Syndrom (Sulcus ulnaris Syndrom) Syndrom sind besonders Personen, die Medikamente
einnehmen, die die Blutgerinnung beeinflussen. (z.B. Aspirin®, ASS
100®, Plavix®, Marcumar®.....)
Kann die Druckschädigung am
Ellennerven (Nervus ulnaris) nach der operativen Behandlung eines
Kubitaltunnel-Syndroms erneut auftreten?
Dies ist nicht auszuschließen. Eine erneute
Nerven-Druckschädigung kann zum Beispiel durch zu starke
Narbenbildung im Operationsgebiet zustande kommen.
Auch ist es möglich, dass der nach vorne verlagerte Nerv (bei
Volarverlagerung) in seine alte Engstelle in der Ellenrinne
zurück gleitet. Ich selbst vermindere dieses Risiko (bei
Volarverlagerung des Nervus ulnaris) durch Ruhigstellung des
Ellenbogens in einem Oberarmgips für rund 10 - 14 Tage.